Hanghäuschen

Reduktion als Gewinn: Veredelter Rohbau

Der Entwurf zelebriert den „veredelten Rohbau“. Statt Budget in Verkleidungen zu stecken, prägen konstruktive Materialien den Raum: Geschlämmtes Lehm-Mauerwerk, geglätteter Beton und Fichtenholz bilden die Basis für hochwertige Einbauten und haptische Wohnqualität.

„Mut zum Reset“ war der Startpunkt dieses Projekts. Statt eines ausgeuferten Vorentwurfs reduzierten wir das Haus am Steilhang auf 120 m², um das Budget von der reinen Baumasse in die materielle Qualität des Innenraums zu verschieben. Das innenarchitektonische Konzept folgt der Logik des „veredelten Rohbaus“. Wir verzichteten auf Kaschierungen wie Putz oder Tapete und inszenierten die konstruktiven Materialien als fertige Oberflächen.

Im erdberührten Sockelgeschoss schafft der flügelgeglättete Betonboden – Konstruktion und Belag in einem – eine geborgene Basis für die Rückzugsräume. Im Obergeschoss löst sich die Schwere auf: Unter dem sichtbaren Dachstuhl aus Fichtenholz öffnet sich der Wohnraum zur Waldkulisse und zum Tal. Eingezogene Galerieebenen nutzen das Volumen maximal aus und schaffen Rückzugsorte ohne Flächenverbrauch.

Zentrales Gestaltungselement ist das lastabtragende Sichtmauerwerk aus Lehmsteinen. Nur geschlämmt, bleibt die Textur als Ornament sichtbar. Die Wand fungiert zugleich als Klimaanlage und Wärmespeicher. Dieser rohen Hülle stehen präzise Schreinerarbeiten gegenüber. In der Küche zelebrieren wir einen „High & Low“-Mix: Kosteneffiziente Melaminfronten in Olivgrün werden durch eine Arbeitsplatte aus „Pannonia Grün“ Naturstein veredelt. Ein Upcycling-Couchtisch aus dem Steinverschnitt beweist: Wertigkeit entsteht durch Kreativität.

Das Hanghäuschen zeigt, wie durch Reduktion und Materialehrlichkeit auf kleiner Fläche maximale Atmosphäre entsteht.

Fertigstellung

04/2025

Planverfasser:in

Ewich Innen Architektur
Katja Ewich
63768 Hösbach
www.ewich.com/

Bauherrschaft

Familie Felbinger
63776 Mömbris